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Saufen für den Regenwald – Green-Washing Klassiker von Krombacher

Posted by admin on Dienstag, 1 Dezember, 2009

Eins Vorab, ich mag das Krombacher Bier wirklich. Wenn ich nicht zu den Angeboten lokal Produzierender Bierhersteller tendiere ich gelegentlich gerne zu einem Krombacher. Die Idee der breit angelegten Medienkampagne mit massiver Präsenz im TV zum Schutz des Regenwaldes ist gut. Lediglich das Verhältnis zwischen Werbeetat und tatsächlich für das Projekt zur Verfügung stehender Mittel ist, sagen wir mal, – äußerst bescheiden. Weiter gehts zum Pellet Maulwurf.

Das Konzept:

1 Kasten Bier = 1 Quadratmeter Regenwald gerettet

Für jeden gekauften Bierkasten Kronbacher legt der Hersteller einen Betrag des Umsatzes zur Seite und unterstützt aktiv die Rettung des Regenwaldes, indem entsprechende Waldflächen erworben und somit vor einer Abholzung bewahrt werden. Zusätzliche Glaubwürdigkeit des Projekts wiederfährt Krombacher durch das Engagement von Testimonials wie Günther Jauch und der Zusammenarbeit mit dem World Wide Fund For Nature (WWF). Alles in allem eine scheinbare Win-Win-Situation für alle Beteiligte. Kronbacher stärkt sein Image für das Eintreten für Naturschutz, der Regenwald wird verschont und nicht zuletzt der bier-trinkende Konsument hat nicht nur “kein schlechtes Gewissen” sondern wird von einem pfadfinderischen Hochgefühl durchflutet seine Gute-Tat für den Tag erbracht zu haben.

Die Realität wirkt jedoch ernüchternd:

In den Jahren der Kamapagne (mit Unterbrechungen  und Änderungen) zwischen 2002 und 2008 wurden insgesamt 13,7 Millionen Quadratmeter Regenwald in Zentralafrika gerettet. Umgerechnet auf eine etwas handlichere Maßeinheit bedeutet dies, dass wenn ich meinen mathematischen Kenntnissen aus der Schule noch trauen darf, mit allen Kästen Krombacher insgesamt eine Fläche gekauft wurde, das einem Quadrat mit der Kantenlänge von ca. 3,7 Kilometer entspricht. Das entspricht wohl eher dem Vorgarten eines Saudischen Prinzen :-P Andere Quellen kommen bei dem Green-Washing-Projekt auf einen Effektiven Spendenanteil von 8 Cent pro Kasten Bier. Das Werbebudget der breit angelegten Kampagne zu besten Sendezeiten dürfte die tatsächlich geflossenen Mittel (Geld, nicht Bier) um ein vielfaches übersteigen.

Positiv anzumerken ist jedoch, dass die Aktion wenigsten einen positiven Nebeneffekt mit sich bringt, indem das Thema Regenwaldschutz in alle Wohnzimmer vordringt und vielleicht der eine oder andere Konsument sich in Folge mehr für den WWF oder dem Naturschutz generell verbunden fühlt. Darüberhinaus wurde bei der äußerst kontrovers diskutierten Kampagne die Kopplung an die Anzahl der verkauften Bierkasten zugunsten einer pauschalen Spendenaussage von Krombacher aufgehoben, zumal ein Gericht Krombacher dazu zwang die bisherige Kampagne umzustellen.

In diesem Sinne,

Prost!