Energieriese von RWE – Greenwashing Deluxe

This entry was posted by admin on Dienstag, 23 Februar, 2010 at

Energieriese von RWE – Greenwashing Deluxe

Der Energie- und Stromriese RWE startete eine umfassende Werbekampagne mit dem Ziel sich als innovativer und symphatischer Großkonzern zu etablieren, dem der Klimaschutz besonders am Herzen liegt. Als Hauptfigur im Werbefilm, welche auch drei Wochen lang bundesweit in den Kinos zu sehen war, diente ein mit Moosen und Bäumen bewucherter Riese, der zudem erstaunlich große Ähnlichkeit mit der beliebten Pixar-Figur “Shrek” aufweist. Der Riese läuft durch die Welt und verbessert sie, indem er vorhandene (Energie-)Infrastrukturen repariert und die Landschaft mit  Technologien der Erneuerbaren Energien zuplastert und so Stück für Stück die Welt verbessert. Abgerundet wird das Friede-Freude-Eierkuchen-Filmchen von einem leicht kitschig anmutenden Wohlfühl-Song (” I Love the Mountains”). 

Kernaussage des Imagefilms ist der Slogan “„Es kann so leicht sein, Grosses zu tun - wenn man ein Riese ist“, eine Anspielung auf die Unternehmensgröße und den damit verbundenen Ängsten eines Ausspielens der Monopol/Oligopol-Macht von RWE, welche dadurch entkräftet werden soll. Zugegeben, ein wirklich mutiger Schritt der RWE-Marketingabteilung, nach Aussage der Leiterin des Ressorts Sabine Schmittwilken auch ein bewusstes Spiel mit dem Feuer: “„Wir spielen zum ersten Mal mit unserem negativen Image als großer Energiekonzern und wollen zeigen, dass Größe auch positiv sein kann.“

Unterschwellig wird zudem die Botschaft vermittelt, RWE hätte sichdurch- und durch den Erneuerbaren Energien verschrieben und steht für nachhaltige Stromerzeugung. Angesichts der Tatsache, dass die RWE AG zu den größten Emittenten von CO2 weltweit gehört und selbst nach den Maßstäben von Stromerzeugern einen sehr geringen Anteil an Erneuerbaren Energien an der gesamten Stromproktion aufweist. Verfolgt man die Investitionspolitik von RWE, so lässt diese auch leider nicht den Schluß zu, dass sich an der Favorisierung von fossilen Brennstoffen (Braun-/Steinkohle, Gas) und der Kernkraft in naher und mittlerer Zukunft etwas ändern wird. Etwas geschönt wird die CO2-Bilanz von RWE noch durch dein Einsatz längst abgeschriebener Wasserkraftwerke, welche seit Jahrzenten im Einsatz sind und somit keine größeren Investitionssummen binden. Der Anteil an der Energieerzeugung bei RWE beträgt derzeit in etwa 2 Prozent. Bundesweit beträgt der Anteil deutlich höhere 15 Prozent.

Das Konzept für den Energiekonzern aus Essen stammt von der angesehen Werbeagentur Jung van Matt und wurde anschließend herrlich von von Greenaction/Greenpeace parodiert, indem in Stile einer “Video-Antwort” auf Youtube und anderen Verbreitungskanälen Stellung bezogen wurde und einen abgewandelte Form des Video-Clips ins Netz gestellt wurde.

Video-Antwort: Greenpeace RWE Staire – Greenwahsing

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